Abschluss des Pilotprojektes „Kooperative Praktika“
Im Mai endete für die 60 teilnehmenden Schulleitungen und Lehrpersonen aus Grund- und Hochschule das Pilotprojekt „Kooperative Praktika“. Während fünf Austauschtreffen bereiteten sie die Praktika der Studierenden des ersten Studienjahres vor und nach. Dabei ging es darum, die Ziele und Aufgaben der Praktikumsphasen zu verinnerlichen und rückblickend die Erfahrungen der Begleitung zu reflektieren.
Kooperative Praktika?
Im Zuge der Neuausrichtung der Lehramtsstudiengänge wurde das Leitmotiv der „kooperativen Praxis“, ergänzend zur reflexiven Praxis, eingeführt. Zentrale Merkmale dieser Praxisgestaltung sind:
- Hineinwachsen in berufliches Handeln „neu denken“,
- ko-konstruktive Ausbildungsformate als Leitidee,
- gemeinsames Erfüllen der beruflichen Aufgaben durch erfahrene Lehrpersonen und Studierende,
- partnerschaftliches Co-Teaching als bevorzugtes Handlungsfeld für eine erfolgsorientierte Zusammenarbeit,
- flexible Rollengestaltung (begleitend, unterstützend, beobachtend…),
- bloße Auftragserteilung an Studierende ohne ko-konstruktive Planungsprozesse als „wenig zielführend“,
- Auseinandersetzung mit der Tiefe der Lernprozesse statt mit Performanz auf Sichtebene.
Zur Umsetzung der Leitidee arbeiten die Studierenden und Lehrpersonen im Co-Planning und -Teaching sowie mit den Kernpraktiken, die die Fokussierung auf einzelne Lern- und Verstehensprozesse der Kinder richten.
Zentrale Erkenntnisse
Die Erfahrungen der Teilnehmenden wurden in den Austauschtreffen aufgegriffen und zentrale Erkenntnisse, Herausforderungen und Gelingensbedingungen für eine Begleitung im kooperativen Praktikum herausgearbeitet.
Wichtig für eine gewinnbringende Zusammenarbeit für alle Beteiligten sind:
- Respekt und Vertrauen
- klare und ehrliche Kommunikation – auch in schwierigen Situationen
- Anerkennung von Kompetenzunterschieden zwischen Lehrpersonen und Studierenden
- Austausch von Ideen und Material
- Teilen der Klassenführung
- gemeinsames Planen des Co-Teaching-Unterrichts
- aktiver Umgang mit Vorschlägen und Feedbacks der Co-Lehrperson
- Wahrnehmung der Studierenden von den Schülerinnen und Schülern als „Lehrpersonen in Ausbildung“
Neue Instrumente der Planung und Beurteilung des Praktikums wurden ausprobiert und weiterentwickelt.
Wie geht's weiter?
Dass eine Pilotgruppe mit einer engen Verzahnung zwischen Grundschulen und Hochschule eine besondere Chance aber auch eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung der berufspraktischen Ausbildung ist, war schon nach dem ersten Treffen klar – eine Fortsetzung der Pilotgruppe also naheliegend.
Für die kooperative Praxis im 1. Jahr im Schuljahr 2026-2027
- Begleitung der Studierenden durch Ausbildungsbgeleitungen aus der Pilotgruppe 2025-2026
- Begleitung durch „neue“ Ausbildungsbegleitungen (drei Austauschtreffen und Online-Kurs)
Kooperative Praxis im 2. Jahr im Schuljahr 2026-2027: NEUE PILOTGRUPPE
- Bedingung zur Aufnahme von Studierenden im 2. Jahr: Teilnahme an der Pilotpgruppe
- drei Austauschtreffen
Ergänzend arbeitet die AHS an einer Methodensammlung „Studierende im kooperativen Praktikum begleiten“. Diese soll Materialien und Hilfestellungen für Ausbildungsbegleitungen enthalten.
Im Juni versendet die AHS den Aufruf nach Praxisplätzen an alle Schulleitungen. Im Rahmen dieser Anfrage könnt ihr euer Interesse an der Begleitung von Studierenden des 1. Jahres oder an der Teilnahme der Pilotgruppe für die Begleitung der Studierenden des 2. Jahres mitteilen.