Neue Ausbildung „Krankenpflegeassistenz“ startet im Studienjahr 2026/2027
Die Autonome Hochschule Ostbelgien entwickelt ihr Ausbildungsangebot im Pflegebereich weiter: Ab dem Studienjahr 2026/2027 wird die neue Ausbildung „Krankenpflegeassistenz“ eingeführt. Damit reagiert die Hochschule auf die Reform der Pflegeberufe in Belgien und stärkt zugleich die Attraktivität und Durchlässigkeit der Pflegeausbildung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Adaptiert an die Reform der Fédération Wallonie-Bruxelles führt die Autonome Hochschule Ostbelgien ab September 2026 die Ausbildung in der Krankenpflegeassistenz ein. Die Reform basiert auf den föderalen Neuregelungen und ermöglicht künftig auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft den Erwerb des neuen Berufstitels „Brevet Krankenpflegeassistent/-in (KPA)“ auf EQR-Niveau 5.
Ein neues Berufsprofil für die Pflege von morgen
Das Berufsbild umfasst sieben zentrale Rollen, die föderal festgelegt sind:
- Verantwortliche/-r für den Pflegeprozess
- Kommunikator/-in
- Mitglied des therapeutischen Teams
- Verantwortliche/-r für berufliche Weiterentwicklung
- Gesundheitsförderer/-in
- Pflegekoordinator/-in
- Verantwortliche/-r für Pflegequalität
Mit der Einführung des KPA entsteht ein klar strukturiertes Qualifikationsniveau zwischen Pflegehelfer/-in und dem Bachelorstudiengang „Für die allgemeine Pflege verantwortliche/-r Krankenpfleger/-in“. Die neue Qualifikation ersetzt langfristig das bisherige Brevet und stärkt die Durchlässigkeit innerhalb der Pflegeberufe, dessen bisherige Form aufgrund europäischer und föderaler Anpassungen keine Zukunft mehr hat.
Dreijährige Ausbildung mit starkem Praxisanteil
Ziel ist eine praxisnahe, strukturierte Pflegeausbildung, die die föderalen Vorgaben berücksichtigt und eine belgienweite Anerkennung gewährleistet. Die Ausbildung umfasst insgesamt 3.800 Stunden (180 ECTS), verteilt auf drei Ausbildungsjahre.
Sie gliedert sich in:
- 1.900 Stunden / 90 ECTS theoretische Ausbildung
- 1.900 Stunden / 90 ECTS klinisch-praktische Ausbildung
Die Praxisanteile decken die stationäre Akutpflege im Krankenhaus und in der Psychiatrie, die stationäre Langzeitpflege in Wohn- und Pflegezentren sowie die ambulante häusliche Pflege ab. Insgesamt absolvieren die Lernenden 44 Wochen Praxis.
Hohe Durchlässigkeit: Übergänge und Anrechnungen
Die Neustrukturierung der Pflegeausbildung an der AHS ermöglicht neue flexible Bildungswege. Durch die klare Angabe des Ausbildungsumfangs in ECTS entstehen verschiedene Übergänge und Anrechnungsmöglichkeiten, die den Gedanken des lebenslangen Lernens unterstützen. Pflegehelfer/-innen können nach erfolgreichem Absolvieren eines Online-Kurses (Vertiefung der bereits erworbenen Kompetenzen auf das Niveau Krankenpflegeassistenz) und einer normativen Überprüfung mit 60 ECTS Anrechnung direkt in das zweite Ausbildungsjahr einsteigen. Diese verkürzte Form wird ab dem akademischen Jahr 2027/2028 angeboten. Ab dem akademischen Jahr 2029/2030 erhalten Absolventinnen und Absolventen der Krankenpflegeassistenz 120 ECTS-Anrechnung und können direkt in das dritte Studienjahr (5. Semester) des Bachelorstudiengangs „Für die allgemeine Pflege verantwortliche/-r Krankenpfleger/-in“ einsteigen. Fehlende Kompetenzen werden durch Zusatzmodule innerhalb der verbleibenden vier Semester erworben. Damit entsteht ein durchgängiger Karriereweg in der Pflege von der Pflegehilfe bis hin zu Master- oder Doktoratsstudien.
Jetzt informieren und bewerben!
Interessierte können sich ab sofort über die neue Ausbildung informieren und für den Start im September anmelden.